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Gedenkabend zum 250. Todestag des
Bildhauers Johannes Nikolaus Düringer
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Artikel aus der Siegener Zeitung vom Montag, 15. Januar 2007 |
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Der MGV „Concordia“ Rüblinghausen umrahmte beim Abschlusslied die
Solistinnen Christina (links) und Claudia Heuel.
Dirigiert wurde der
Chor von deren Vater Karl-Josef Heuel, direkter Nachfahre von Johann
Nikolaus Düringer. |
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Düringer aus Vergessenheit geholt |
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Gelungener
Gedenkabend zum 250. Todestag des Bildhauers / Kultureller Hochgenuss |
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Organisatoren des Gedenkabends: Matthias Schrage (links)
und Gerhard Burghaus, im Hintergrund: die von Heimatforscher Franz Mund
als „lieblich“ bezeichnete Muttergottes, ein Meisterwerk Düringers, das
eigentlich in der Krankenhauskapelle zu bewundern ist.
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erste Arbeit in Olpe war wohl die Kreuzi-
gungsgruppe für die Kreuzkapelle, die
heute in der Dahler Kirche hängt – allerdings
ohne die beiden Schächer, die ursprünglich
das Ensemble vervollständigt
haben.
Eine Bläsergruppe lockerte das Programm
mit andächtigen Stücken auf, bevor
Gerhard Burghaus weiter auf den Geehrten
einging. Burghaus wies darauf hin,
dass im Jubiläumsjahr das Sgraffito an
der Düringerschule erneuert wurde, das
den Künstler bei der Arbeit zeigt. Geschaffen
wurde das Bild übrigens, ebenso
wie das eindrucksvolle Mosaik im Forum
der Schule, vom Vater des seit kurzem in
der Heilig-Geist-Gemeinde tätigen Pastors
Michael Rademacher, Johannes Rademacher.
Burghaus erklärte, die Kreuzigungsgruppe
in der Kreuzkapelle sei wohl Auslöser
für eine Vielzahl von Aufträgen geworden.
Allerdings seien viele Werke
durch die Zusammenarbeit der „Hadamarer
Schule“ nicht eindeutig zuzuordnen.
Auch gebe es viele Parallelen, die zu
Verwechslungen mit Arbeiten der
Attendorner Werkstatt Sasse führen
könnten. Eine Vielzahl von Werken aber
werde inzwischenz weifelsfrei Johann
Nikolaus Düringer
zugeschrieben. „Wir tun gut daran,
uns dieses Künstlers zu erinnern“, empfahl
Burghaus. Allerdings gebe es noch
Vieles zu erforschen – vielleicht könne
der Abend ja als Auftaktveranstaltung
verstanden werden.
Die Nachfahren Düringers, der sich
selbst auch „Thuringer“ schrieb, leben bis
heute in Rüblinghausen, auch wenn der
Name „Düringer“ inzwischen ausgestorben
ist. In direkter Linie stammte Karl
Heuel vom „Bieldhaier“ ab, der wohl die
künstlerische Begabung geerbt hatte.
Sein Sohn Karl-Josef ist ebenfalls ein
Mann der Muse, wenn sich diese bei ihm
auch in der Musik ausdrückt. Diese Be-g
gabun wiederum hat er seinen Töchtern
vererbt, Christina und Claudia, die im
Anschluss an Burghaus‘ Rede, begleitet von
Josef Weber am Klavier, mit eindrucksvollen
Liedvorträgen zunächst für andächtige
Stille, dann für tobenden Applaus sorgten.
Stellv. Bürgermeister Lothar Epe
(CDU) schloss die Reihe der Redner, indem
er darauf hinwies, Johann Nikolaus
Düringer sei vielen Olpern zu Unrecht
unbekannt. Der gelungene Abend trage
dazu bei, die Erinnerung an den fast
Vergessenen wieder zu wecken. Den
Abschluss des Programms bildete ein
gemeinsamer Auftritt des MGV und der
Heuel-Schwestern, ein Gesangsvortrag
von einer Qualität, für die anderswo Eintritt
bezahlt werden muss. Die Zuhörer
dankten für den akustischen Hochgenuss
mit langem Applaus, Burghaus und
Schrage mit Blumen für die Sängerinnen.
Im Anschluss bestand Gelegenheit, im
Forum der Schule bei Speisen und Getränken
noch lange auszuharren und im lockeren
Gespräch die Anregungen des
Abends auszudiskutieren.
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win Olpe/Rüblinghausen. Die Düringer-
straße kennt in Olpe und Umgebung
wohl jeder. Die Düringerschule auch. Wer
aber war dieser Düringer? Seit Freitag
wissen rund 200 Menschen fast alles, was
man über den Namensgeber der Straße
und der Schule, die Olpe und Rübling-
hausen verbinden, wissen kann. Denn zum
250. Todestag von Johann Nikolaus Dürin-
ger fand im Forum der nach dem Künstler
benannten Schule ein Abend voller Kultur,
Informationen und Begegnung statt.
Gemeinsam hatten Gerhard Burghaus,
Vorsitzender des Heimatvereins für Olpe
und Umgebung, und Matthias Schrage,
Rektor der Düringerschule, diesen Abend
vorbereitet. Bereits im Vorfeld war eine
Gedenktafel erstellt und der Öffentlichkeit
präsentiert worden, die am Standort
des vor Jahrzehnten abgebrannten
„Bieldhaiers“ Haus an Johann Nikolaus
Düringer erinnern soll (die SZ berichtete).
Matthias Schrage begrüßte die zahlreichen
Gäste, die überwiegend aus Olpe
und Rüblinghausen, aber auch aus
anderen Orten gekommen waren, wo
Johann Nikolaus und sein Bruder Johann
Theodor Düringer gewirkt haben. Es sei
schon längst Zeit, des verdienten Mitbürgers
zu gedenken, der in zahlreichen Gottes-
häusern der Region künstlerisch gewirkt und
der über 20 Jahre lang in Rüblinghausen,
unmittelbar neben der Matthäuskapelle,
gelebt und gearbeitet hat. Auch in dieser
Kapelle sind Werke Düringers zu sehen.
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Eben jene Kapelle, so Schrage, könnte
Ludwig Uhland in seinem berühmten
Gedicht gemeint haben und kündigte
damit den ersten Auftritt des Männer-
gesangvereins Rüblinghausen an, der
unter dem Dirigat von Karl-Josef Heuel
das entsprechende Lied „Die Kapelle“
sowie Schuberts „Lindenbaum“ und
Hanne Hallers „Vater unser“ vortrug.
Anschließend stellte Matthias Schrage
anhand von Dias verschiedene Werke
von Johann Nikolaus Düringer vor, etwa
an der Eremitage bei Siegen,
in der St.-Marien-Kirche von Römer-
shagen, wo Düringer den Hochaltar
sowie die Kanzel schuf, oder aus der
Wendener St.-Severinus-Kirche.
Einen Ehrenplatz im Forum der Schule
hatte die Madonna gefunden, die eigent-
lich in der Olper Krankenhauskapelle
steht: Sie war anlässlich des Ehrentags in
die Düringerschule gebracht worden und
ermöglichte den Gästen, ein Werk des
Geehrten aus unmittelbarer Anschauung
zu erleben. Schrage gab einen Überblick
über das Leben des Künstlers, der in
Mainfranken geboren wurde, über die
auch in Siegen ansässigen Jesuiten zu-
nächst nach Hadamar und dann 1728 ins
heutige Südwestfalen kam, die Schwester
eines Künstlerkollegen aus der von ihm
mitgegründeten „Hadamarer Schule“
heiratete, nach Rüblinghausen zog, Vater
von acht Töchtern und zwei Söhnen
wurde und schließlich in Rüblinghausen
starb und in Olpe beerdigt wurde.
Düringers
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Gedenktafel für den
Bildhauer Johannes Nikolaus Düringer
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Artikel aus der Siegener Zeitung vom
Freitag, 29. Dezember 2006 |
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Zum 250.
Todestag von Johann Nikolaus Düringer wird eine Gedenktafel aufgestellt.
Im Januar soll zudem bei einer festlichen Abendveranstaltung des
begabten Bildhauers gedacht werden. Von links: Ratsherr Frank Kreinberg,
der ehemalige Ortsheimatpfleger Christian Scheele, Ortsvorsteher Klaus
Feldmann, Schulleiter Matthias Schrage und der Eigentümer des
Grundstücks, auf dem „Bieldhaiers“ Haus gestanden hat, Uli Lütticke, vor
der Rüblinghauser Matthäuskapelle, in der Werke von Düringer zu sehen
sind. |
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Erinnerung an den „Bieldhaier“ |
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Johann Nikolaus Düringer starb
heute vor 250 Jahren / Gedenktafel erstellt |
win Rüblinghausen. Heute jährt sich
zum 250. Mal der Todestag eines Mannes,
der in der gesamten Region bis heute
sichtbare Spuren hinterlassen hat: Johann
Nikolaus Düringer starb am 29. Dezember
1756 in Rüblinghausen. In zahlreichen
Kapellen und Kirchen sind bis heute
wertvolle Werke des begabten Bildhauers
zu sehen, unter anderem in der Matthäus-
kapelle in Rüblinghausen, der
Kreuzkapelle in Olpe, auf der Eremitage
bei Siegen, in Dahl, Wenden und Römers-
hagen. Die Stadt Olpe hat schon vor langer
Zeit zum Gedenken an Johann Nikolaus
Düringer zum einen die alte Hauptstraße
zwischen dem Bratzkopf in Olpe und dem
Ortsteil Rüblinghausen nach Düringer
benannt, zum anderen die dort gelegene
Grundschule.
Der Rüblinghauser Ortsvorsteher Klaus
Feldmann kam angesichts des nahenden
250. Todestags auf die Idee, dort,
wo Johann Nikolaus Düringer gelebt und
gewirkt hat, eine Gedenktafel aufzuhängen.
Als er den Rektor der Düringerschule,
Matthias Schrage, bat, den Textentwurf
für diese Tafel zu erstellen, stellte sich
heraus, dass Schrage bereits in
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fortgeschrittener Planung für einen musi-
kalischen Abend anlässlich des Todestags
stand. Die Tafel wurde in Auftrag gegeben,
der Rüblinghauser Ratsherr Frank
Kreinberg (UCW) sorgte dafür, dass sie
kostenlos bei der Firma Heinrich Schulte
in Iserlohn, einem Schwesterunternehmen
der Olper Firma Schlösser, gegossen
wurde. Kreinberg ist Geschäftsführer bei
Schulte.
Bei der Recherche nach dem Wohnort
Düringers fanden Schrage und Feldmann
schnell Hilfe beim ehemaligen Ortsheimat-
pfleger von Rüblinghausen, Christian
Scheele. Dieser wusste, dass der Bildhauer
unmittelbar neben der Matthäuskapelle
gelebt hat, in einem Haus, das einst der
Olper Pfarrer Gerlach Ermert als Vikarie
erbaut hatte. Das Haus, nach Einzug von
Düringer auch „Bieldhaiers“ genannt,
brannte 1890 nieder, an seiner Stelle wurde
ein neues Haus errichtet, das Anfang
dieses Jahres abgerissen wurde. Noch ist
nicht klar, wo genau die Gedenktafel ange-
bracht werden soll, aber der Eigentümer
des Grundstücks, Uli Lütticke, hat sofort
sein Einverständnis gegeben, dass ein
adäquater Platz gefunden werden kann.
Zum Gedenken an Johann Nikolaus
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Düringer soll nun am Freitag, 12. Januar, ab
19 Uhr ein musikalischer Abend im Forum
der Düringerschule stattfinden. Beiträge
über das Leben und Wirken des Künstlers
werden umrahmt von musikalischen
Beiträgen. Unter anderem werden
der MGV „Concordia“ Rüblinghausen unter
Leitung von Karl-Josef Heuel, dessen
Töchter Claudia Heuel (Mezzosopran)
und Christina Heuel (Sopran) sowie ein
Blechbläserensemble zu hören sein. Die
Familie Heuel stammt in direkter Linie
von Johann Nikolaus Düringer ab, auch
wenn der Name Düringer heute in Olpe
ausgestorben ist. Veranstalter des Abends
sind die Düringerschule und der Heimat-
verein für Olpe und Umgebung.
Johann Nikolaus Düringer wurde am
20. April 1700 in Großwenkheim bei Bad
Neustadt an der Fränkischen Saale geboren.
Er gehörte zu einer Künstlerfamilie;
besonders sein Bruder Johann Theodor
hat als Mitglied der „Hadamarer Schule“
in ganz Deutschland gewirkt. 1728 führte
Johann Nikolaus Düringer wohl ein Auftrag
erstmals nach Südwestfalen, als er
die Kreuzigungsgruppe auf dem Waldaltar
der Eremitage schnitzte. 1730 zog Düringer
endgültig nach Rüblinghausen.
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Ein Stein vor der Matthäuskapelle
in Rüblinghausen ziert seit Anfang
des Jahres 2007 die Gedenktafel an Johannes Nikolaus Düringer.
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