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Über das Dorf Rüblinghausen hat der weithin bekannte Heimatforscher
Norbert Scheele (†) in seinem 1952 herausgegebenen Werk "Geschichte der
Gemeinde Olpe-Land" u.a. auch viel Interessantes zu seinem Geburtsort
Rüblinghausen geschrieben. So ist über die erste Erwähnung unseres Dorfes
berichtet, daß "Gobbel van Rübbelkusen am 14. April 1422 sein Erbe und Gut
zu Sassenbicke (Saßmicke) der Kirche zu Olpe schenkte (Hirschmann,
Geschichte der Pfarrei Olpe 1930, Seite 36). |
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Zu einem späteren Zeitpunkt, beispielsweise 1536, findet man für das
Dorf auch die Schreibweise "Rubbelingkhuißen".
Während man jenem Jahr hier noch 13 Schatzpflichtige zählte, belief sich die
Einwohnerzahl um 1900 auf 205, um 1948 auf 420. Inzwischen zählt unser Ort
ungefähr 1000 Einwohner. |
Unser einstmals kleines und etwa einen Kilometer südlich von Olpe gelegenes
Dörfchen ist heute längst von der unaufhaltsam fortschreitenden Ausdehnung
der Stadt Olpe vereinnahmt und ist in deren Gefolge nun zum "Stadtteil" der
angrenzenden Kreisstadt herabgestuft worden. Die wirtschaftlichen sowie
industriellen Nachkriegsentwicklungen haben auch das Bild unseres Dorfes mit
seiner einstmals schönen Umgebung erheblich beeinträchtigt. So wurde das dem
Ort vorgelagerte und früher einmal herrliche Wiesental an der Bigge infolge
der Ansiedlung zahlreicher Gewerbebetriebe völlig verändert. Auch die auf
der westlichen Seite in nächster Nähe unseres Ortes entlangführende
Autobahntrasse berührt seine Bewohner wegen der davon ausgehenden vielen
Belästigungen und der Beeinträchtigungen des früher vorhandenen schönen
Landschaftsbildes in hohem Maße.
Das Rüblinghauser Gut gehörte ursprünglich nach Bilstein. Hierhin war es
auch abgabenpflichtig. Früher fanden die Bewohner unseres Dorfes ihr
Einkommen in den in der Nähe gelegenen Erzgruben sowie auf den im Biggetal
beim Dorfe angesiedelten Hütten- und Hammerwerkes. Ein für damalige
Verhältnisse modernes Werk erbaute 1830 hier der bedeutende Gewerke
Friedrich Harkort. An dieser Stelle befindet sich heute das Werk II der
Metallwerke Gebrüder Kemper, die die Industriebrache im Jahr 1899 käuflich
erwarben.
Heutzutage finden die hiesigen Bewohner zu einem großen Teil ihren
Broterwerb in der im Olper Raum verbreiteten eisen- und metallverarbeitenden
Industrie, wobei der Metallguss, die Armaturenherstellung sowie die
Anfertigung hochwertiger Vorprodukte für die Elektronikindustrie besonders
zu erwähnen sind.
Bereits in den vergangenen Jahrhunderten verliefen in der Nähe unseres
Dorfes bedeutsame Fernwege. Dort wo heute der Verkehr auf der Bundesautobahn
Dortmund-Gießen pulsiert, trafen sich auf der "Rüblinghauser Höh" die damals
wichtigen Fernwege (Fuhrwege) von Bonn nach Paderborn und von Köln nach
Leipzig. Deren Nähe zu unserem Dorf hatte damals allerdings auch zur Folge,
dass sich häufig kriegerisches Volk hier einfand, was die Menschen dieser
Zeit und Region auf unangenehme Weise und mannigfach zu spüren bekamen.
Schon 1730 ist von einem Schulbetrieb in Rüblinghausen die Rede, als der aus
Lütringhausen stammende "fromme Einsiedler Johann Wüsthoff" hier die Kinder
unterrichtete. 1844 ging die dörfliche Schule ein. Die Kinder mussten dann
den Unterricht in Saßmicke und später in Friedrichsthal besuchen. Erst 1892
konnten sie hier am Platz wieder zum Schulunterricht gehen. 1898 stand den
Kindern ein neuerbautes Schulgebäude im eigenen Dorf zur Verfügung. Die
Schülerzahl betrug 1903 60, 1936 83 und 1950 70. Seit 1955 besuchen die
Kinder von Rüblinghausen das in dem Jahr errichtete Schulhaus auf der Grenze
zwischen der Stadt Olpe und dem damaligen Dorf Rüblinghausen. Die Schule
erhielt den Namen "Düringerschule" und wird jetzt als Grundschule auch von
den im südlichen Teil der Stadt Olpe beheimateten Kindern besucht.
Als bekannteste Söhne unseres Ortes gelten einmal der China-Missionar Pater
Johannes Dahlenkamp, der 40 Jahr lang segensreich im Reich der Mitte gewirkt
hatte und dort nach dem letzten Weltkrieg unter der Herrschaft des
Kommunismus mehrere Jahre in Kerkern zubringen musste.
Dann gilt der gebürtige Rüblinghauser Norbert Scheele weit über seinen
Heimatort hinaus als bedeutender Heimatforscher, der sich mit zahlreichen
heimatgeschichtlichen Werken und Schriften einen Namen machte.
An dieser Stelle sei auch des weithin bekannten Barockbildhauers Johann
Nikolaus Düringer gedacht, dessen Werke in vielen Kirchen und Kapellen des
südlichen Sauerlandes zu bewundern sind. Düringer wurde am 20. April 1700 in
Großwenkheim bei Bad Neustadt an der Fränkischen Saale geboren. Er ließ sich
1730 in Rüblinghausen nieder, wo er bis zu seinem Tode im Jahr 1756 wirkte.
Was die jüngere Vergangenheit anbetrifft, ist vor allem das im Jahr 1997 mit
Unterstützung vieler örtlicher Vereine begangene 575jährige Dorfjubiläum in
angenehmer Erinnerung. Unter den Vereinen nimmt der
Sankt-Matthäus-Schützenverein einen besonderen Platz in Rüblinghausen ein
(Im Jahr 2003: 553 Mitglieder). Er trägt seit seiner Gründung im Jahre 1893
mit seinen Aktivitäten zur Förderung des dörflichen Gemeinschaftslebens und
zur Pflege des heimatlichen Brauchtums bei. Dass der Verein mit der gesamten
Unterstützung des Dorfes im Jahr 2003 die Ehre hatte, das 8.
Kreisschützenfest auszurichten, kann ebenfalls als ein Höhepunkt in der
Dorfgeschichte gewürdigt werden.
© 2003 Christian Scheele
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